Edition Pleroma
Rosenkreuzer
Jakob Böhme
Heiligtum der Welt
Heilige Hochzeit
Christian Rosenkreuz
Hörbuch ChymHochzeit
Bruderschaft R.C.
Gnosis, Gral & R.C.
Jenseitskunde
Barabbas, Barabbas!
Platon, Band I
Platon, Band II
Gold.VersePythagoras
Paracelsus
Mysterienbünde
Kontakt & Links
Ihre Rezension

Ein enthusiastisches Werk
über einen zeitlosen Geist!

Franz Spunda


Das Weltbid

des Paracelsus


Edition Pleroma

ISBN 978-3-939647-33-1

296 Seiten mit vielen Abbildungen

Hardcover

€ 24,00


Auch als e-PDF erhältlich!


Philosophia Sagax!

Für den geistigen Hintergrund der Medizin

erweist sich dieses Buch als eine Schatztruhe der Erkenntnisse!



Wo der Astronomus aufhört, da fängt der

rechte Arzt an, da fängt der rechte Philosophus an,

da fängt die Gerechtigkeit an, da fängt die ewige Weisheit an,

da fangen alle Künste an.

 

Paracelsus (1493-1541)



Die kraftvollsten Persönlichkeiten haben den Charakter des Maßlosen, fast Übermenschlichen, und doch sind sie sich der Endlichkeit ihrer Kräfte bewusst. In den Tagen der Selbsterkenntnis beugen sie sich vor dem Unerforschlichen und begraben ihre kühnsten Gedanken in der Tiefe ihres Geheimnisses. Wie im gotischen Dom zielt ihre Himmelssehnsucht nach oben, die Demut des Herzens zieht sie aber in die Krypta der Versenkung zurück. Auf Geheimwegen, die auch heute noch nicht völlig bekannt sind, drangen durch Vermittlung von Arabern, Juden und Levantinern Überreste der griechischen, persischen, ägyptischen und chaldäischen Zauberkunst in das magische Weltbild des Nordens ein (Zitat: Franz Spunda).
 


Der hochgeschätzte Paracelsus (1493-1541) hieß eigentlich Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim. Schon seine Namensvielfalt entsprach seinem facettenreichen Lebensentwurf und der Unsterblichkeit seines Charismas, das noch heute Ärzten und Kliniken als Vorbild dient. Franz Spunda verstand es hervorragend, dem schillernden Glanz des Paracelsus mit Worten gerecht zu werden, und schrieb dieses umfassende Werk über die geistige Besonderheit der weltbekannten Heilkunst des Paracelsus. 
 


Über den Autor: Dr. Franz Spunda (1890-1963) gehört mit Gustav Meyrink, Karl Hans Strobl, Alfred Kubin und Leo Perutz zu der Gruppe österreichischer Schriftsteller, die seit dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts ihre Leser bis zum heutigen Tage begeistern.


Das Nachwort

des Sohnes von Franz Spunda:


 
Paracelsus und die Medizin

 

Jedes Zeitalter hat seine Ärzte, manche wirken darüber hinaus. Medizin ist keine isolierte Erfassung der Krankheitsphänomene und deren Therapieversuche, sondern ein Teil – und zwar ein gravierender – des jeweiligen Bemühens um das Verständnis unseres Daseins. Dies schließt den Glauben an die Bestimmung unseres Universums bis zur konkreten Empathie für den Nächsten ein. Religiöse Momente waren dabei immer ein integrierender Faktor, ebenso die Suche nach Verständnis der uns umgebenden Natur und ihrer Gesetze.

Paracelsus lebte und wirkte in jenem unruhigen Zeitraum, welcher als Ende des Mittelalters gilt. Immerhin wurde Amerika ein Jahr vor seiner Geburt entdeckt. Auf sein abenteuerliches Leben, seine auch für heutige Verhältnisse zahllosen Reisen, seine fortwährenden Streitigkeiten und Kämpfe mit Ärzten und Nichtärzten soll hier nicht näher eingegangen werden, ebenso wenig auf seine magischen und mystischen Vorstellungen.

Unbestreitbar sah sich Paracelsus vorwiegend als Arzt und das in äußerster Intensität und Erbitterung gegen alle Widerstände. Seine Bekanntheit, ja sein Ruhm, findet heute noch zahlreiche Niederschläge, zum Beispiel im Namen einer bedeutenden Universität. Bekämpft und missverstanden wurde er, wie zu erwarten, auch später reichlich von medizinischen Kapazitäten, wie unter anderem von dem berühmten Christoph Wilhelm Hufeland (1762-1836).

Nun zu seiner Bedeutung als Arzt: Im Vordergrund steht eine tiefe innere Religiosität, ein Thema, dem Franz Spunda eine eigene Abhandlung widmete. Als Leitidee sieht Paracelsus, dass Gott der Oberste Arzt ist, und dass das erste Ziel des menschlichen Daseins die Gottessuche sei. Die Stellung des Arztes wäre eine priesterliche Funktion, die Natur hingegen eine Manifestation des Heiligen Geistes. Als krankheitsbestimmend definiert er fünf Kräfte (ens), und zwar als erstes das ens astrale, die pathologischen Anzeichen unerlöster Konstellationen der Urprinzipien, was seiner Neigung zur Astrosophie entsprach. Zweitens das ens veneni, also die in der Natur wirksamen Gifte. Von ihm stammt auch der heute noch gebräuchliche Satz: sola dosis fecit venenum, nur die Dosis macht die Wirkung des Giftes. Als drittes das ens naturae, die negativen Einflüsse des Makrokosmos, wobei er den Menschen als Teil dessen, als Mikrokosmos, betrachtete. Dann das ens spirituale, das Wissen und die Tugend des Arztes und schließlich das ens Dei, die Entscheidung Gottes über den Krankheitsverlauf.

Die wissenschaftliche Bedeutung des Paracelsus liegt auch darin, dass er das ärztliche Handeln auf Grund der bis dahin geltenden dogmatischen Vorschriften des Galenos und Avicenna ablehnte. Sein Wissen basierte auf der Beobachtung der Natur, und den daraus entstehenden Krankheiten, und er lehnte sich an die Naturheilkunde seiner Zeit an. Und in der praktizierenden Medizin vermengt er konservative und damals verpönte chirurgische Maßnahmen zu einem Konzept. Seine Lehrbücher schrieb er, um sie dem Volke verständlich zu machen, in Deutsch, was ihm den Titel eines Luther der Medizin einbrachte. Intensiv beschäftigte er sich auch mit den Krankheiten der Bergarbeiter. Auf die Bedeutung des Quecksilbers als Hilfe gegen die damals sich ausbreitende Syphilis wies er als erster hin. Lange Zeit blieb es bei dieser Therapie. Manche seiner Gedanken weisen bis auf heutige Tendenzen in der Medizin. Das Wissen, so meinte er, solle sich nicht an den obsoleten Standardwerken ausrichten, sondern an den im Fluss befindlichen Lehren der Jetztzeit, also an der basisorientierten Medizin. Damit hat Paracelsus Tore aufgestoßen, und er hat es nicht aus Eigennutz getan, sondern um zu helfen. Denn so klagte er:

Die Kranken im Spital erfahren

von Hunden mehr Liebe als von uns!


Und dies wollte Paracelsus streitbar, aber immer gottesfürchtig, ändern.

 

Prim. OMR Dr. Christoph Spunda

Wien, 2016

to Top of Page