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Ein großartiges Werk
in erlesener Sprache!

Gerhard Wehr

Gnosis, Gral
und Rosenkreuz

Die Esoterik
im Christentum



Edition Pleroma
  ISBN 978-3-939647-31-7
 
464 Seiten,
Hardcover, 13,5x21,5
€ 26,90

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Sie werden auf Ihre Wurzel hören.

Evangelium Veritatis


Jede Hochreligion findet ihre Ergänzung in geistigen Strömungen, die den konfessionellen Gebräuchen tiefgreifende Sinndeutungen und individuelle Erfahrungen hinzufügen. Mit sicherer Hand führt der Autor in die Esoterik des Christentums. Das initiatische Gedankengut ist in allen Evangelien nachzuweisen, besonders im Johannesevangelium und in einigen Apokryphen. Die frühen Kirchenlehrer Clemens von Alexandrien und Origenes standen den Mysterienkulten der Antike noch nahe und erkannten im aufkeimenden Christentum eine Verfeinerung und Erhöhung bereits bestehender Bekenntnisse. Als prägende Vorboten abendländischer Mysterien kamen Gnostiker, Katharer, Gralskünder und Tempelritter auf den Plan. Deren moderne Nachkommen kennen auch heutzutage Wege, um einweihend zu wirken. Das Beste aus uralten Traditionen bleibt somit ebenso erhalten wie die Weisheit der Älteren Brüder das christliche Geheimnis enthüllt.


Über den Autor:

Dr. theol. h.c. Gerhard Wehr lebt als freier Schriftsteller in Schwarzenbruck bei Nürnberg. Nach langjähriger Tätigkeit auf verschiedenen Feldern der Diakonie war er 1970 bis 1990 Lehrbeauftragter an der Diakonenschule (Fachakademie für Sozialpädagogik) Rummelsberg/Nürnberg. Von ihm liegen zahlreiche Studien zur neueren Geistesgeschichte vor, darunter Biographien über Martin Buber, C. G. Jung, Rudolf Steiner, Graf Dürckheim, Jean Gebser, Helena P. Blavatsky. Er ist Herausgeber zahlreicher Quellenwerke zur deutschen Mystik. Ein Großteil seiner Werke ist in mehrere europäische und asiatische Sprachen übersetzt.


Leseprobe:

(...) Zum Wesen echter Esoterik gehört aber nicht allein das Hüten des Geheimnisses und das Verschweigen der Arcana, d.h. des zu Schützenden, sondern auch – scheinbar paradoxerweise – deren Weitervermittlung. Es geht um eine Mystagogie, also um eine methodische Einführung (Initiation) in die Mysterien und um eine entsprechende Belehrung. Auch hierfür hat die Antike Zeichen gesetzt. Sie tat es, indem sie den Genius der geheimen Weisheit in der mythischen Gestalt des dreimalgroßen Hermes, Hermes Trismegistos, verehrte und in seinem Namen hermetische Schriften verfassen ließ. Zwar sind die im Corpus Hermeticum niedergelegten Bücher erst in nachchristlicher Zeit abgefasst und somit durch hellenistische Geistesart geprägt, doch erhebt ihr Wort Anspruch, zumindest Nachhall des einst ergangenen Urwortes (Logos) zu sein. Auch Hermes Trismegistos als Gründervater der nach ihm benannten Hermetik soll auf die ägyptische Mysterienkultur verweisen. Daher wird er mit dem ägyptischen Weisheitsgott Thot (Tat) gleichgesetzt, um auf diese Weise an die ununterbrochene Traditionskette zu erinnern, die Morgenland und Abendland, das Christentum und die vorchristliche Spiritualität miteinander verbindet. Das ausgehende Mittelalter und die Hermetiker der Renaissance haben sich in ihrem Denken und Tun auf den dreimalgroßen Hermes berufen.

Abgesehen von der kirchlichen Ausprägung des Christentums hat es jedenfalls von Anfang an eine eigenständige Esoterik gegeben. Es soll jedoch nicht der Eindruck erweckt werden, daß die hier zu besprechende Esoterik des Christentums nur außerhalb der kirchlichen Zusammenhänge oder im Widerspruch zu ihren wesentlichen Inhalten existiere oder existiert habe. Dergleichen liegt freilich insofern nahe, als kirchliche Amtsträger, die kirchliche Hierarchie als solche, oft genug die Empfänger von inneren Erfahrungen, selbst ihre großen Mystikerinnen und Mystiker – die Gnostiker ohnehin – als gefährlich Ketzer verfolgt und gegebenenfalls vernichtet haben. Doch dadurch wird nicht die Tatsache aufgehoben, daß etwa das sakramentale Leben, die reiche Symbolik und deren meditative Vergegenwärtigung, die vita meditativa in den Ordensgemeinschaften und dergleichen im Esoterischen wurzelt oder zu esoterischem Streben aufruft. Auf diese Weise hat die Christenheit ihren Gang durch die abendländische Geistesgeschichte angetreten, und zwar lange bevor die Akademie von Athen, in der einst Platon gelehrt hatte, auf Geheiß des Kaisers Justinian im Jahre 529 geschlossen werden mußte.

Was rechtfertigt nun, von christlicher Esoterik zu sprechen? Etwa das Motiv, einer Modeerscheinung zu genügen oder einem gängigen Trend zu folgen? Davon kann nicht die Rede sein. Aufgrund oberflächlicher Betrachtung ist freilich die irrige Meinung entstanden, Esoterik sei mit der christlichen Botschaft in ihrem Kern unvereinbar, insofern sie sich nicht etwa an einen kleinen Kreis von Eingeweihten oder Wissenden wende, sondern als Heilsbotschaft »in alle Welt« (Mt 28,19) hinauszutragen sei. Wer wollte aber verkennen, daß betende, meditierende, das Sakrament vergegenwärtigende Menschen einen solchen »kleinen Kreis« darstellen, der keine passiven Zuschauer duldet? Mit anderen Worten: Wer nicht auf eine solche (esoterische) Weise kommuniziert, der »exkommuniziert« sich selbst, und zwar ohne durch ein kirchliches Leitungsamt dazu verurteilt zu sein. So sei vorweg eines festgehalten: Heute ist es nicht weniger schwierig als zu Zeiten der antiken Philosophen, auf die esoterische Dimension der Wirklichkeit hinzuweisen. Seit Ende der siebziger Jahre hat sich eine Welle der Pseudo-Esoterik ausgebreitet. Es wurde zum Beispiel der irritierende Eindruck erweckt, »Esoterik« sei schlechthin all das, was in den okkulten Formenkreis hineingehört, selbst mit Einschluss parapsychischer Erscheinungen und allerlei nicht selten fragwürdiger Praktiken bis hin zu den Abartigkeiten des Satanismus. Dem ist durch den Aufweis der folgenden Fakten zu widersprechen. (...)

 Gerhard Wehr

 

 

 

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